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Ich will Texte über den Regen schreiben, ist der Gedanke, der mich heute nicht einschlafen lässt.
Mit Regen - verbinde ich eigentlich nur schöne Dinge. So wie der Geruch der Luft, so reingewaschen und klar - oder das leise, konstante Pochen an der Fensterscheibe, bei dem ich seit jeher am besten einschlafen konnte.
Vor allem verbinde ich damit die Nächte, die er uns auf dem Heimweg überrascht und in Sekunden nass bis auf die Haut gemacht hat - und wir, statt uns fluchend unterzustellen, kreischend und jubelnd durch die Straßen getanzt sind. Das? War glücklich sein. Nichts weiter.
Es wäre gelogen, hätte ich nicht versucht zu heulen. Habe mich aufs Bett gesetzt, alle Fenster auf, und die traurigste Musik an, die mein iTunes zu bieten hatte. So saß ich stundenlang in einem eiskalten Zimmer - und es passierte: nichts.
Es ist Freitag, irgendetwas bei ein Uhr nachts. Eigentlich ist es schon Samstag, und ich weiß genau, dass dieses Gefühl mich erst einmal nicht in Ruhe lassen wird. Also gebe ich nach, schiebe ich mit letzten Kräften die weiße Kuscheldecke beiseite, tapse barfuß durch die Küche zum Balkon und stelle mich raus. Nichts. Nichts als dunkler, wolkenloser Himmel.
Das hier? Das ist Vermissen. Nur was?
Ich lasse den Kopf so weit es geht in den Nacken fallen und atme die klare Nacht ein. Mit Regen, wäre jetzt alles so viel besser. In eine Decke eingewickelt sinke ich zu Boden und ziehe meine Knie ganz nah an mich ran. Ein paar mal fallen mir die Augen für ganze Sekunden zu, immer wieder nicke ich kurz weg und werde jedes Mal von diesem Schmerz im Nacken aus meiner Trance gerissen. Es ist nicht kalt, aber plötzlich schüttelt es mich, und ich ziehe die Decke fester, auch über den Kopf. Meine Gedanken schweifen zu Regentänzen, meiner Hand, wie sie über das Papier fliegt und diese Situation hier in Worte fasst, und dem Himmel hoch über mir. Schade, dass man nicht im Stehen auf dem Balkon schlafen kann, den Kopf in die Sterne gestreckt, ist dann wirklich mein letzter Gedanke, bevor ich einschlafe. Auf dem Balkon, an die geöffnete Türscheibe gelehnt.
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Und dann wache ich auf. Und es regnet in Strömen. Und wie ich so im schwachen Mondlicht die kleinen Löcher betrachte, die Tropfen für Tropfen in die unberührten Oberflächen der Pfützen gesprengt werden - fühle ich mich erlöst. Atme durch. Sehe klar. Kein Vermissen - sondern Sehnsucht.
So romantisch ist Regen überhaupt gar nicht. Er macht vor allem eines: Nass.
Das erste Mal seit langem merke ich, wie Tränen über meine Wangen laufen.